Angemessen Yoga üben

Yoga sollte immer angemessen ausgeführt werden. Aber was bedeutet das denn überhaupt? Es soll angepasst an die Voraussetzungen und die Tagesform geübt werden: Worauf dabei zu achten ist.

Verhältnismäßigkeit

Natürlich steht immer alles im Verhältnis mit den Lebensumständen. Danach richtet es sich, ob etwas angemessen ist oder nicht. Als Richtschnur dient es beispielsweise, liebevoll zu sich zu sein, in den Yoga-Asanas die innere Haltung zu überprüfen und der inneren Stimme gewahr zu werden. In diesem inneren Gewahrwerden kann man seine Glaubenssätze herausfinden, und entsprechend danach seine Übungspraxis anpassen: Worum kreisen die Gedanken am meisten? Wie stehe ich zu Leistung, Anerkennung, Schuld und Scham? Oder habe ich Zweifel?

Angemessen Yoga üben

Aber schon die äußeren Umstände muss man in Betracht ziehen, um angemessen Yoga üben zu können: In welchem Schwierigkeitsgrad ist die Yoga-Gruppe, wie sind meine eigenen Yoga-Erfahrungen? Sollte ich wirklich die Anfängerklasse überspringen? Dann muss man die Tagesform bedenken: Dazu beachtet man Beruf, Alter und mögliche Erkrankungen oder Beschwerden, auch die Tageszeit und der Raum müssen in die Überlegungen einbezogen werden. Als Gradmesser hilft: Können Sie am Ende der Stunde wach im Shavasana der Entspannung  folgen? Das alles ist wichtig, da man sich durch Überforderung demotivieren und  durch Unterforderung langweilen kann.

Shtira und Sukha

Wird leider oft vergessen: Die Wirkung der inneren Haltung ist wichtiger als die äußere Form einer Asana. Daran kann man auch messen, wie lange man eine Übung ausführen oder eine Asana halten soll: Haltungen sollen immer stabil und sanft, shtira und sukha, sein, also den Möglichkeiten einer jeden Person angepasst sein. Kostet eine Asana zu viel Kraft, verliert man die Qualität der angestrebten Wirkung, innen wie außen. Zu Beginn arbeitet man körperlich und mit dem Atem, Yoga ist Meditatin in Bewegung.

Geistige Übungen des Yoga

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie alle diese Umstände mit einbeziehen sollen, bleiben Sie einfach immer aufmerksam und konzentriert in den Übungen. Dann merken Sie schon, wann etwas zu anstrengend wird. Wenn Sie verkrampfen oder der Atem schneller wird, machen Sie eine Pause und richten den Blick nach innen. Über die Zeit werden Sie das richtige Maß erkennen. „Das gute zielt immer durch die Mitte.“ Extreme verhindern den Weg nach innen, jedoch ist das erklärte Ziel des Yoga eben dieser Weg: Nach körperlichen Erfahrungen wird die Energie-Qualität immer feiner, es folgt der Rückzug der Sinne und geht hoffentlich nach und nach über in Dharana, Dhyana und Samadhi.

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